Grabmal- und Bepflanzungssatzung

für den Friedhof

der Evangelisch - reformierten Kirchengemeinde Bega


S E L B E C K


(erlassen gemäß § 5 der Friedhofssatzung vom 21. Oktober 2008)





§ 1 Allgemeines

(1) Die Gestaltung der Grabstätten hat sich dem Gesamtcharakter des Friedhofes und des jeweiligen Gräberfeldes anzupassen. Die Friedhofsträgerin ist jederzeit bereit, die Nutzungsberechtigten dabei zu beraten.

(2) Soweit die gärtnerische Gestaltung und Pflege der Grabstätten nicht ausdrücklich der Friedhofsträgerin vorbehalten ist, können die Nutzungsberechtigten diese selbst oder durch Dritte vornehmen.

(3) Gärtnerische Arbeiten sowie das Aufstellen von Grabmalen dürfen die Nutzungsberechtigten nur durch Gewerbetreibende ausführen lassen, die gemäß § 6 der Friedhofssatzung durch die Friedhofsträgerin für diese Arbeiten zugelassen sind.

(4) Aus den Zeichnungen, die nach § 25 der Friedhofssatzung den Anträgen auf Errichtung oder Veränderung von Grabmalen und gärtnerischen Anlagen beizufügen sind, müssen alle Einzelheiten ersichtlich sein. Soweit diese Unterlagen für die Beurteilung nicht ausreichen, können Zeichnungen in größerem Maßstab oder Modelle sowie Proben des Werkstoffes und der vorgesehenen Bearbeitung angefordert werden.

(5) Die Genehmigung kann unter Bedingungen oder Auflagen erteilt werden; solche Auflagen können insbesondere baulicher oder gärtnerischer Art sein.


§ 2 Bodenfläche und Bepflanzung der Grabstätte

(1) Die Bodenfläche um den Grabhügel muss, soweit sie nicht von der Friedhofsverwaltung mit Rasen eingesät ist, einheitlich begrünt werden. Dazu eignen sich außer Rasen Immergrün und ähnliche Pflanzen; es ist jedoch nur immer eine Gattung gestattet. Die Bodenbegrünung muss an den Grabhügel oder das Grabbeet heranreichen. Die Pflanzung von Einzelgehölzen soll sich dem Gesamtcharakter des Friedhofes anpassen. Sie ist nur bei Wahlgräbern gestattet.

(2) Der Grabhügel soll nicht höher als 12 cm sein. Seine Länge und Breite beträgt bei Grabstätten
a) für Kinder bis zum vollendeten 5. Lebensjahr höchstens 150 x 90 cm;
b) für Personen vom 6. Lebensjahr an höchstens 220 x 110 cm;
c) für Urnengräber höchstens 100 x 100 cm.

Anstelle von Grabhügeln sind bodengleiche Grabbeete, auch die Zusammenfassung mehrerer Grabhügel eines Familienwahlgrabes zu einem Grabbeet oder Doppelhügel gestattet. Die angegebenen Maße gelten dann entsprechend, sie können auch verringert werden.

(3) Die Grabhügel und die Grabbeete können mit allen Boden bedeckenden Pflanzen wie Efeu, Sedum, Evonymus u.a. begrünt und mit Blumen bepflanzt werden. Die Verwendung von Pflanzennachbildungen aus Kunststoff ist nicht gestattet. Das Kunststoffverbot gilt auch für Kränze, Sträuße, Kissen und ähnliche Gebilde.

(4) Einfassungen von Grabhügeln oder Grabbeeten aus Materialien wie z.B. Eisen, Holz, Glas, Kunststoff, sind nicht gestattet.

(5) Der Abschluss der Grabstätten gegen den Weg wird von der Friedhofsträgerin – soweit überhaupt erforderlich – aus einheitlichem Material gekennzeichnet. Das gilt auch für die seitliche Abgrenzung zur Nachbargrabstätte. Das Anpflanzen von Hecken ist nicht gestattet. Pflanzen, die die Nachbargräber beeinträchtigen, müssen auf Verlangen der Friedhofsträgerin geschnitten, bzw. entfernt werden. Die Entfernung von Bäumen darf nur nach vorheriger Zustimmung der Friedhofsträgerin erfolgen.

(6) Sofern die Bodendecke um den Grabhügel usw. ein Betreten nicht zulässt, können durch die Nutzungsberechtigten einzelnen Trittsteine verlegt werden. Mit Rücksicht auf die Gesamtanlage werden Form und Material der Steine von der Friedhofsträgerin festgelegt.

(7) Das Belegen der Grabstätte mit Kies, Torf, Steinen, Schlacke, Sand und anderen Materialien als Ersatz für die Begrünung ist nicht gestattet.

(8) Bänke, Stühle und Hocker dürfen auf den Grabstätten nicht aufgestellt werden. Das gilt auch für die Ablage von Arbeitsgeräten und das Aufstellen von Kleinplastiken, Konservendosen, Einkochgläsern, Flaschen, auffallend bunten Vasen u. ä.

(9) Die Friedhofsträgerin kann gemäß § 25 Abs. (4 und 5) der Friedhofssatzung die Entfernung oder Änderung ordnungswidriger Anlagen verlangen und ggf. zwangsweise durchsetzen.


§ 3 Das Grabmal

A. Allgemeines


(1) Die Grabmale müssen in ihrer Gestaltung, Bearbeitung und Anpassung an die Umgebung erhöhten Anforderungen entsprechen.

(2) Für Grabmale dürfen nur Natursteine, Holz, Bronze und Schmiedeeisen verwendet werden.

(3) Jedes Grabmal ist entsprechend seiner Größe und der Bodenbeschaffenheit des Standortes unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Baukunst sicher zu gründen, bei mehrstelligen Reihengräbern in jedem Fall bis zur Grabsohle. Fundament und Grabmal sind mittels Dübel fest miteinander zu verbinden. Die Sorge für die Gewährleistung der Standsicherheit des Grabmals obliegt für die Dauer des Nutzungsrechtes an einer Grabstätte dem jeweils Nutzungsberechtigten (§ 26 der Friedhofssatzung).

(4) Entscheidend für die Erteilung der vorherigen Zustimmung zum Aufstellen eines Grabmales ist auch der Gesichtpunkt seiner Gemeinschaftsfähigkeit. Dabei können mit Rücksicht auf die Gesamtheit des in einem Grabfeld aufzustellenden Grabmales im Einzelfall die Maße beschränkt oder vergrößert werden.

(5) Ergibt sich die Notwendigkeit, auf der Grabstätte neben dem aufrechten Grabmal weitere Grabmale zu errichten, so ist das nur in Form einer einheitlichen Gruppe oder von liegenden Steinen zulässig.

(6) Für das Aufstellen von vorläufigen Grabzeichen ist ebenfalls die vorherige Zustimmung einzuholen.


B. Grabmale aus Stein

(1) Bei der Gestaltung und der Bearbeitung sind folgende Vorschriften einzuhalten:
a) Jede handwerkliche Bearbeitung außer Politur ist möglich. Alle Seiten müssen gleichmäßig bearbeitet sein.
b) Die Grabmales müssen aus einem Stück hergestellt sein und dürfen keinen Sockel haben.
c) Flächen dürfen keine Umrandung haben.
d) Schriften, Ornamente und Symbole dürfen nur aus demselben Material wie dem des Grabmals bestehen. Sie müssen gut verteilt sein.
e) Nicht zugelassen sind alle nicht aufgeführten Materialien, Zutaten, Gestaltungs- und Bearbeitungsarten, insbesondere Beton, Glas, Emaille, Kunststoff, Lichtbilder, Gold, Silber und Farben.

(2) Nach näherer Bestimmung der Belegungspläne sind stehende oder liegende Grabmale zulässig. Stehende Grabmale sind allseitig zu entwickeln und sollen in Form und Größe unteerschiedlich sein. Liegende Grabmale dürfen nur flach auf die Grabstätte gelegt werden und eine Mindeststärke von 12 mm haben.

(3) Auf Grabstätten für Erdbeisetzungen sind stehende Grabmale bis zu folgender Größe zulässig:
a) auf Reihengrabstätten bis zu 90 cm hoch und bis zu 45 cm breit;
b) auf einstelligen Wahlgrabstätten bis zu 0,50 qm Ansichtsfläche;
c) auf zwei- und mehrstelligen Wahlgrabstätten bis zu 0,65 qm Ansichtsfläche.

Bei Wahlgräbern mit mehr als 2 Lagerstellen können nach Rücksprache mit der Friedhofsträgerin auch Ausnahmen gestattet werden, wenn das Grabmal besonders künstlerisch gestaltet ist. Stehende Grabmale müssen mindestens 14 cm stark sein. Liegende Grabmale können auf allen Grabstätten aufgestellt werden.

(4) Auf Urnengrabstätten sind Grabmale bis zu folgender Größe zulässig:
a) liegende Grabmale bis zu 0,25 qm Ansichtsfläche;
b) stehende Grabmale müssen mindestens 30 cm stark sein und eine kubische Form haben.

(5) Für bestimmte Wahlgräber können im Rahmen der Absätze (3) und (4) für die Grabmale Höchst- und Mindestabmessungen vorgeschrieben werden.

(6) Soweit es die Friedhofsträgerin innerhalb der Gesamtgestaltung unter Berücksichtigung künstlerischer Anforderungen für vertretbar hält, kann sie Ausnahmen von den Vorschriften der Absätze (1) bis (5) und auch sonstige bauliche Anlagen in besonderer Lage über Absatz (1) bis (5) hinausgehende Anforderungen an Material, Entwurf und Ausführung stellen.


C. Grabmale aus Holz

(1) Geeignet ist gut abgelagertes Eichenholz von mindestens 45 mm Stärke. Andere, gegen Wetter unempfindliche Hölzer können ebenfalls verwendet werden.

(2) Die Oberfläche des Holzes ist einheitlich zu bearbeiten. Die Schrift kann eingeschnitten oder erhaben ausgeführt werden.

(3) Das Holz darf nicht mit Farbe oder Lack gestrichen werden. Imprägnierungsmittel wie Xylamon-natur oder Lico-G können verwendet werden.

(4) Bei Verwendung eines Sockels ist das Grabmal durch schmiedeeiserne Teile mit diesem zu verbinden. Der Sockel muss 5 cm unter der Erdoberfläche abschließen.




D. Grabmale aus Metall

Grabmale aus Schmiedeeisen und Bonze sind bei guter handwerklicher Form und Arbeit zugelassen.


E. Inschrift

(1) Die Schrift muss, da sie vielfach der einzige Schmuck ist, formal gut durchgebildet sein.

(2) Stehen bleibende Bossenflächen für spätere Schriftnachträge dürfen nicht poliert sein.

(3) Auf Stein befestigte Metallbuchstaben können nur in Ausnahmefällen zugelassen werden, wenn die einzelnen Buchstaben miteinander verbunden sind.

(4) Die Inschrift kann über den Namen und die Lebensdaten des Verstorbenen, ggf. auch über seine Berufsbezeichnung hinaus erweitert werden. Adressbuchstil und Abkürzungen sind dabei zu vermeiden. Aufzählungen von Verwandtschaftsbezeichnungen im Stil der Todesanzeigen sind wegen des Fehlens der Unterschriften ohne Sinn und daher nicht gestattet.

(5) Die Wiedergabe von Bibelstellen im vollen Wortlaut ist sehr erwünscht. Das Bibelwort ist Zeugnis des Glaubens, Trost für die Hinterbliebenen und Anruf für die Besucher des Friedhofes.


F. Grabschmuck

(1) Neben der als Schmuck bedeutsamen Inschrift wird die Verwendung von Zeichen, Sinnbildern und anderen Darstellungen empfohlen. Diese Zeichen usw. sollen den christlichen Charakter des Grabmales betonen.

(2) Wappen, Handwerkszeichen o. ä. sind, soweit sie nicht im Widerspruch zu christlichen Botschaft stehen, ebenfalls zugelassen.

(3) Erwünscht sind Zeichen und Sinnbilder, wie sie in dem Sonderdruck des Lippischen Landeskirchenamtes zusammengestellt sind.


§ 4
(1) Für einzelne Grabfelder und für einzelne Grabstellen, die für das Aussehen des Friedhofes von besonderer Bedeutung sind, werden für die Grab- und Grabmalgestaltung überdurchschnittliche Anforderungen gestellt. Über solche Gestaltungsanträge entscheidet der Kirchenvorstand / die Friedhofsträgerin nach Anhörung einer anerkannten Fachkraft endgültig.


§ 5 Öffentliche Bekanntmachung

(1) Diese Grabmal- und Bepflanzungsordnung bedarf zu ihrer Gültigkeit der öffentlichen Bekanntmachung.

(2) Öffentliche Bekanntmachungen oder Aufforderungen erfolgen im vollen Wortlaut in dem Amtsblatt des Kreises Lippe.

(3) Außerdem können die Friedhofssatzung und alle Änderungen zusätzlich durch Aushang und Kanzel-abkündigung bekannt gemacht werden.



§ 6 In-Kraft-Treten

(1) Diese Grabmal- und Bepflanzungssatzung tritt jeweils am Tage nach der Veröffentlichung in Kraft.


Dörentrup, den 21. Oktober 2008

Der Kirchenvorstand der ev. – ref. Kirchengemeinde Bega